Ich habe einen kleinen Kurzfilm für den Video-Contest #VideoForWater produziert und ich möchte euch in diesem Beitrag ein paar Impressionen vom Drehtag zeigen. Ich muss gestehen, ich habe mir im Vorfeld sehr viele Gedanken gemacht und habe versucht alles so gut wie möglich vorzubereiten. Ob es am Drehtag tatsächlich auch so reibungslos ablief, erzähl ich euch jetzt!

Erst einmal erkläre ich was es mit dem Video-Contest auf sich hat. #VideoForWater wurde von Paul Ripke, Joko Winterscheidt, Viva con Agua und Adobe ausgerufen. Aufgabe war es seine persönliche Interpretation zum Thema „Viva con Agua“ und dem Wortwitz „Kann mir mal jemand das Wasser reichen?“, in Form eines 60-sekündigen Videos darzustellen. Der Kreativität war keine Grenzen gesetzt.
Dieses Video sollte man dann unter dem Hashtag #VideoForWater bei Instagram hochladen. Am Ende wird das beste Video von Paul, Joko, VCA und Adobe ausgewählt. Was es zu gewinnen gab? Eine Reise nach Los Angeles und eine damit verbundene persönliche Ripkedemy mit Paul und Joko. Wem das nichts sagt, klickt einfach mal hier.

Auch ich habe diese Chance gewittert und habe mir am Tag der Bekanntmachung des Wettbewerbs schon den Kopf zerbrochen.

Von Anfang an wusste ich, dass das Ergebnis nicht NUR 60 Sekunden lang sein sollte. Ich wollte also zwei Versionen schneiden. Eine für den Wettbewerb, um die Teilnahmevorraussetzungen zu erfüllen und eine Version die 2 bis 3 Minuten lang gehen sollte.

Ich überlegte also hin und her. Wie interpretiere ich den Satz „Kann mir mal jemand das Wasser reichen?“. Nach zwei, drei Stunden Brainstorming nahm ich mein Notizbuch zur Hand und schrieb die endgültige Idee auf. Ich malte es mir in meinem Kopf komplett aus und wusste auch schon wie jedes einzelne Bild aussehen sollte. Die Notizen reichten mir aber noch nicht. Also schmiss ich den Rechner an und schrieb ein Drehbuch. Ohne Pause. In eins durch. Fertig! Konzept steht.

Jetzt begann ich meinen Darsteller zu suchen. Ich habe bei Instagram einen Aufruf gestartet. „Suche Darsteller für Kurzfilm. Europäischer Junge, 6-9 Jahre alt, aufgeschlossen!“. Da wird sich doch was finden, dachte ich. Letztendlich hatte ich ein paar Interessierte. Nachdem ich von einigen Eltern kleine Casting-Videos zugeschickt bekommen habe, entschied ich mich schlussendlich für Finn.
Gut, den Hauptdarsteller habe ich gefunden. Jetzt suchte ich nach passenden Locations. Beim Vorgespräch mit Finns Eltern, habe ich schon den passenden Garten gefunden. Es blieb noch die wichtige Wald-Location aus und ich fuhr 2 Tage lang durch die Gegend und bin auf Waldsuche gegangen. Gesucht, gefunden! Die Postszene habe ich vor einer örtlichen Poststelle gedreht. Das war die einfachste Sache eine Postfiliale zu finden.

Die nächsten 2 Tage habe ich alle gängigen Plattformen nach einem Hintergrundsong durchsucht. Das war wirklich kopfzerbrechend, denn die Musik ist eines der wichtigsten Elemente in einem Film, der Emotionen transportieren soll. Ich bin dann endlich auf einen Song von der Komponistin Bianca Ban gestoßen. „Spirit of Africa“. Manche werden sagen, dieser sei too much, aber ich fand ihn einfach passend. Ich habe dann mit Bianca und ihrem Manager hin und her geschrieben und wir haben uns einigen können. Ich durfte nun also ihren Song offiziell benutzen. Puh! Erleichterung. Wer schon mal was mit Urheberrechten zu tun hatte, wird wissen, dass das ein sehr intelligenter Schachzug von mir war.

Nachdem ich dann noch eine Stunde lang im Baumarkt nach Utensilien gesucht habe, war alles Drehbereit. Da mir schon viel Zeit durch die Darsteller-, Location- und Musiksuche verloren gegangen war, musste spontan ein Drehtermin gefunden werden. Auch das gestaltete sich problemlos.

Dann war er da. Der Drehtag. Ich war schon ziemlich aufgeregt, weil ich bis dato noch nicht viel mit Kindern gearbeitet habe und Kinder können ja schnell mal die Lust an etwas verlieren. Also blieb mir nichts anderes übrig als zu hoffen, dass meine pädagogischen Fähigkeiten ausreichen um alles aus Finn raus zu kitzeln.
Letztendlich, war Finn klasse und hat total gut mitgespielt. Er konnte Emotionen zeigen und hatte auch sichtlich Spaß bei der Sache. Das hat mir einiges erleichtert und ich war auch sehr froh, dass ich beim Dreh tatkräftige Unterstützung hatte. Ein fetten Gruß an euch!

Nach 4 Stunden war dann alles soweit abgedreht und ich konnte mich an die Materialsichtung setzen. Ich hatte so Panik einen Datencrash zu haben, dass ich alles 3 mal gebackupt habe. Zum Glück ist nichts passiert und ich konnte aussortieren. Nachdem das dann geschehen war, öffnete ich Premiere und fing einfach an die einzelnen Szenen aneinander zu reihen und eine Struktur aufzubauen.

Meinen digitalen Workflow werde ich jetzt hier nicht dokumentieren. Das würde alles sprengen. Aber kurz gefasst: Musik, Struktur, Schnitt, Colorgrading, Detailausarbeitung, Schriften, Qualitätssicherung. So in etwa war das dann. Woohooo, Film fertig. Naja, der 60-Sekunden-Film. Diesen habe ich dann hochgeladen und im gleichen Atemzug schnitt ich meine „lange“ Version des Films.

Nun, ist alles online und ich bin überwältigt von der positiven Resonanz die Ihr mir übermittelt. Ich hätte nicht damit gerechnet, dass der Film so gut ankommt. Ich muss aber sagen: Ich bin schon ordentlich Stolz auf mich. Der Film ist wunderschön geworden und zaubert mir auch noch nach dem 600ten mal anschauen, Gänsehaut am Körper.

Danke Finn. Danke Bianca. Danke an alle die mitgeholfen haben!